Arthrose verstehen – Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten
13. April 2026Was ist Arthrose?
Die Arthrose ist eine chronische, degenerative Erkrankung der Gelenke, bei der es zu einem fortschreitenden Abbau des Gelenkknorpels kommt. Der Knorpel ist ein elastisches, glattes Gewebe, das die Gelenkflächen überzieht und dafür sorgt, dass Bewegungen nahezu reibungslos und schmerzfrei ablaufen.
Neben dem Knorpel sind bei Arthrose jedoch alle Gelenkstrukturen betroffen:
- Knochen: Verdichtung (Sklerosierung) und Bildung von knöchernen Auswüchsen (Osteophyten)
- Gelenkinnenhaut (Synovia): kann sich entzünden → sogenannte aktivierte Arthrose
- Bänder und Muskeln: verlieren an Stabilität
- Gelenkkapsel: verdickt sich und wird weniger elastisch
Symptome einer Arthrose
- Anlaufschmerz (zu Beginn einer Bewegung)
- Belastungsschmerz
- später auch Ruheschmerz
- Gelenksteifigkeit (besonders morgens oder nach Ruhephasen)
- Bewegungseinschränkungen und ggf. hörbares „Knirschen“
- Schwellungen und leichte Entzündungen , vor allem bei stärkere Belastung
Wie entsteht Arthrose?
Die Entstehung von Arthrose ist ein komplexer Prozess, bei dem das Gleichgewicht zwischen Knorpelaufbau und -abbau gestört wird. Normalerweise erneuert sich Knorpelgewebe ständig – bei Arthrose überwiegt jedoch der Abbau.
Wichtige Entstehungsmechanismen:
1. Mechanische Überlastung
- Dauerhafte Überlastung führt zu Mikroschäden im Knorpel
- Beispiel: schwere körperliche Arbeit oder intensiver Leistungssport
2. Biologische Prozesse
- Entzündungsstoffe im Gelenk beschleunigen den Knorpelabbau
- Stoffwechselveränderungen im Knorpelgewebe
3. Fehlstellungen und Instabilität
- Ungleichmäßige Druckverteilung im Gelenk z.B. durch veränderte Gelenkstellungen
4. Verletzungen (posttraumatische Arthrose)
- z.B. Meniskusschäden oder Kreuzbandrisse verändern die Gelenkmechanik
5. Übergewicht
- Erhöht nicht nur mechanischen Druck, sondern fördert auch entzündliche Prozesse
6. Genetische Faktoren
- Einfluss auf Knorpelstruktur und -regeneration
Behandlungsmöglichkeiten:
Die Therapie richtet sich nach dem Stadium der Arthrose und den individuellen Beschwerden.
1. Physiotherapie und Bewegungstherapie
- Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit
- Kräftigung der umliegenden Muskulatur
- Schulung von Bewegungsabläufen
2. Physikalische Therapie
- Wärmebehandlung (z. B. Fango) zur Muskelentspannung
- Elektrotherapie zur Schmerzlinderung und Verbesserung der Durchblutung
3. Medikamentöse Therapie (ärztliche angeordnet)
- Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) (z. B. Ibuprofen): schmerzlindernd und entzündungshemmend
- Paracetamol: bei leichteren Schmerzen
- Kortison-Injektionen: bei akuten Entzündungen
- Hyaluronsäure-Injektionen: sollen die „Schmierfähigkeit“ im Gelenk verbessern (Wirksamkeit individuell unterschiedlich)
4. Operative Verfahren
- Arthroskopie: Glättung von Knorpeloberflächen (heutzutage bewusst zurückhaltend eingesetzt)
- Umstellungsosteotomie: Korrektur von Fehlstellungen
- Endoprothese: Ersatz des Gelenks durch ein künstliches Gelenk
Was kann man selbst tun?
Der eigene Lebensstil hat einen enormen Einfluss auf die Entstehung und den Verlauf einer Arthrose.
1. Gezielte Bewegung
Bewegung ist essenziell, da Knorpel nicht durchblutet ist und über die Bewegung „ernährt“ wird:
- Ideal: gleichmäßige, gelenkschonende Belastung
- Besonders geeignet:
- Schwimmen
- Radfahren
- Nordic Walking
Vermeiden:
- Stoßbelastungen (z. B. Joggen auf hartem Untergrund bei fortgeschrittener Arthrose)
2. Muskelaufbau und Stabilität
- Kräftige Muskeln entlasten das Gelenk erheblich
- Fokus auf gelenknahe Muskulatur (z. B. Oberschenkel bei Kniearthrose)
3. ggf. Gewichtsreduktion
- Bereits 5–10 % Gewichtsverlust können Schmerzen deutlich reduzieren
- Besonders wichtig bei Knie- und Hüftarthrose
4. Ernährung
Eine entzündungshemmende Ernährung kann unterstützend wirken Z.B. :
- Empfohlen:
- Omega-3-Fettsäuren (z. B. Fisch, Leinöl)
- Antioxidantien (Gemüse, Beeren)
- Reduzieren:
- Zucker
- stark verarbeitete Lebensmittel
5. Alltagsanpassungen
- Gelenkschonende Bewegungen erlernen
- Hilfsmittel nutzen (z. B. ergonomische Werkzeuge)
- Pausen bei Belastung einlegen
6. Eigenverantwortung und Kontinuität
Der wichtigste Faktor ist die Regelmäßigkeit:
- Bewegung sollte dauerhaft in den Alltag integriert werden
- Therapieerfolge zeigen sich oft erst nach Wochen
Fazit
Die Arthrose ist eine komplexe Erkrankung, die weit über den reinen „Verschleiß“ hinausgeht. Sie betrifft das gesamte Gelenk und wird durch mechanische, biologische und genetische Faktoren beeinflusst.
Eine frühzeitige Diagnose und ein ganzheitlicher Behandlungsansatz – bestehend aus medizinischer Therapie, Bewegung und eigenverantwortlichem Verhalten – können den Krankheitsverlauf deutlich verlangsamen und die Lebensqualität langfristig erhalten
